REUNION Marine: Sprechertreffen in Hamburg – mit Leitgedanken von Konteradmiral Carsten Stawitzki

Die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg war erneut Tagungsort des Sprechertreffens der REUNION Marine. Am 20. März 2017 trafen sich dort in der Clausewitz-Kaserne, die Damen und Herren Crewsprecher der REUNION Marine, Vertreter der Freundeskreise der Boote und Schiffe der Marine, der Regionalen Messen sowie der Vorstand und Beirat der REUNION Marine.

Das Zusammentreffen I/2017 im Admiral-Wellershoff-Gebäude begann mit dem Markstein des Tages. Denn 11 Uhr erschien frohgemut der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), Konteradmiral Carsten Stawitzki. Eingeplant war ein kurzes Grußwort von ihm. Dieses begann damit, dass er alle Mitglieder der REUNION Marine per Handschlag begrüßte.

Begrüßung des Kommandeurs der FüAkBw, Konteradmiral Carsten Stawitzki, durch Volker Stein, den 1. Vorsitzenden der REUNION Marine. Foto: JM.

In seiner ihm persönlichen Art sprach der Kommandeur der Akademie – ohne Manuskript – dann über die Herausforderungen einer kompetenzorientierten Ausbildung, ein modernes Ausbildungsprozess-management, die Kutterdienstordnung, die Euphorie der letzten Jahrtausendwende, die Schrecken des vergangenen Jahrhunderts, das Wissen der Generationen über die Schauder der Kriege, über das Gesegnetsein in Frieden und Freiheit aufwachsen zu dürfen, die Herausforderung, den jungen Stabsoffizieren Handlungskompetenz mit auf den Weg zu geben, über die Notwendigkeit eines neuen methodisch-didaktischen Lehr-Ansatzes an der FüAkBw und er war sich sicher, dass es, wenn es die GORCH FOCK nicht gäbe, man sie erfinden müsse.

Konteradmiral Stawitzki sagte, dass die Führungsakademie der Bundeswehr sich immer auf die Herausforderung von morgen eingestellt habe und, dass er dies auch für sich und seine Ziele als Kommandeur in Anspruch nehme. In diesem Zusammengang sprach er über den Fluch und den Segen der Digitalisierung. Er mache eine andere Grundstimmung in der Gesellschaft aus. Man müsse sich nüchtern den neuen politischen Entwicklungen und Tatsachen stellen. Dies auch im Zusammenhang mit der so genannten kritischen und auch angreifbaren Infrastruktur, die die Grundlage unserer Zivilisation und Gesellschaft ausmache.

Der Kdr. der FüAkBw, KAdm. Carsten Stawitzki, während seiner Rede an die Mitglieder der REUNION Marine. Foto: JM.

 

„Wir müssen uns zurück in Erinnerung rufen, dass wir Teil derselben Waagschale sind, die wir gemeinsam austarieren müssen.“

 

Er nannte es sein Petitum, dass wir darüber nachdenken sollten, ob wir die noch richtigen Antworten auf die Herausforderung der Zukunft geben können. Dies sei auch bezogen auf die gesamtstaatliche Verteidigung und beträfe die militärischen Führungskräfte, als auch die zivilen Führungskräfte. „Wir müssen uns zurück in Erinnerung rufen, dass wir Teil derselben Waagschale sind, die wir gemeinsam austarieren müssen.“ Er sprach in diesem Zusammengang von einer gesamtstaatlichen bzw. gesamtgesellschaftlichen Verantwortung. Zu allen Zeiten wären die Zeiten bewegt gewesen, Menschen hätten sie als bewegt empfunden, weil sie selbst unmittelbar betroffen gewesen wären. „Jedoch zu allen Zeiten hat es Führungskräfte gebraucht, die sich der Verantwortung stellen und die Zukunft gestalten.“ Daher freue er sich insbesondere, dass sich die Mitglieder der REUNION Marine an der FüAk treffen.

Dessen 1. Vorsitzender, Herr Volker Stein, bedankte sich bei KAdm Stawitzki für seinen Vortrag, gratulierte ihm zur Beförderung und begrüßte im Anschluss die Teilnehmer der Sitzung. Darauf wurde zunächst der in 2016 und 2017 verstorbenen Mitglieder gedacht. Auf Top 3 der Tagesordnung stand der Bericht des Vorstandes und der Beiratsmitglieder. Berichtet wurde u.a. über den Festakt 125 Jahre Deutscher Marinebund im SH-Landtag, die Verabschiedung von FAdm Jürgen Mannhardt, die Trauerfeier für Herrn Reinhardt Müller-Technau, die Vorstellung REUNION Marine bei der 71. InfoDVag, die Enthüllung der Büste von Admiral Wellershoff an der MSM, die Kranzniederlegung zum Volkstrauertag in Laboe, die Außerdienststellung des 7. Schnellbootsgeschwader, die Vereidigung und das Feierliches Gelöbnis an der MUS, den Ball der Marine in Warnemünde und die Verleihung der Bestpreise an der Marinetechnikschule. Weiteres Thema war die Umgestaltung der Aula der Marineschule sowie die Unterstützung bei der Finanzierung eines Gemäldes.

Volker Stein bedankte sich bei MdB a.D. Torsten Staffeldt für die Arbeit im Beirat der REUNION Marine. Foto: JM.

Im Rahmen des Berichtes der Beiräte wurde Herr Dipl. Ing Torsten Staffeldt, MdB a.D., auf seinen Wunsch hin als Beiratsmitglied von seinen Verpflichtungen entbunden, da er in Zukunft u.a. zur See fahren wird. Herr V. Stein bedankte sich für seine engagierte Arbeit und seine Unterstützung der REUNION Marine.
Im Anschluss sprach man über die Finanzlage und die dazugehörenden Fakten. Darauf trug Herr M. Stein zur Finanzplanung 2017 vor. Herr Peter Klages beantragte die Entlastung des Vorstandes. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Es folgte die Erklärung des 2. Vorsitzenden, Dr.-Ing. Hans Dieter Ehrenberg, zum Thema Wahlen.

Für das Jubiläumstreffen 40. REUNION Marine im Herbst 2017 wurden von Vorstandsseite die Tagungsorte Berlin und Flensburg vorgeschlagen und vorgestellt. Von Herrn Olomski kam im Laufe der Diskussion der Vorschlag in Wilhelmshaven das runde Jubiläum zu begehen. Die Sprecherversammlung entschied sich mehrheitlich für Berlin. Wegen der terminlichen Unsicherheiten (u.a. die anstehende Bundestagswahl) wurde dem Vorstand jedoch, je nach Planungsmöglichkeit, freie Hand gelassen. Herr Volker Stein stellte fest, dass dem Vorstand im Vorfeld keine weiteren Vorschläge oder Anträge zur Satzungsänderung übermittelt wurden. Darauf wurden die Änderungswünsche einstimmig angenommen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in den Räumen den Räumen der  Offizierheimgesellschaft der FüAkBw, verbunden mit anregenden Gesprächen der Mitglieder der REUNION Marine untereinander, waren alle auf die Berichte aus den Freundeskreisen der Schiffe und Boote und von den Regionalen Vereinigungen gespannt. So berichtete Frau Annett Reimers von den Aktivitäten des Freundeskreises des EGV BONN: u.a. soll ein 360 Grad-Panorama mit dem Matrosen „Beethoven“ zu seinem 250 Geburtstag im Jahr 2020 erscheinen. Und der Freundeskreis habe am Rosenmontagszug 2017 mit einem „Schiff“ teilgenommen. Herr Manfred Discher berichtete über den Freundeskreis der Korvette MAGDEMURG. In seinem ausführlichen Bericht hob er hervor, dass die personalpolitische Trennung von Schiffen und Besatzungen einer Schiffsklasse auf vielen Seiten Identifikationsprobleme bereite. Die Thematik habe sich verfestigt. Es folgten Berichte über die Freundeskreise der BADEN WÜRTEMBERG, der Fregatte HESSEN, der Fregatte, NORDRHEIN-WESTFALEN, der BAYERN und der Fregatte SACHSEN-ANHALT, zu der der ehemalige 2. Vorsitzende, Herr Bernd Koller vortrug. Er sprach über die geplante Taufe und mögliche Taufpatin des 4. Schiffes am 24. Mai 2017. Beiratsmitglied Christian Schmoll referierte über die geplante 20. Jahrfeier der MECKLENBURG-VORPOMMERN in Wilhelmshaven. Herr Dr. Wilhelm Hegenbart trug zu den Aktivitäten des Freundeskreises der Fregatte HAMBURG vor. Derzeit absolviert das Schiff die Depotinstandsetzung im Arsenal in Wilhelmshaven.

Zum Ende der Vorträge dankte der 1. Vorsitzende Volker Stein den Freundeskreisen für ihre zahlreichen Aktivitäten, die vielen detaillierten Beiträge, und er gab einen Ausblick auf die 40.REUNION in Potsdam/Wannsee.

Gruppenfoto: Mitglieder REUNION Marine mit dem Kdr. der FüAkBw, KAdm. Carsten Stawitzki, auf ihrem Sprechertreffen am 31. März 2017. Foto: JM.

 

Text: REUNON Marine, JM-B, MS, Fotos: Jenny May